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3 Jahre antiemetische Therapie

26.10.1994 München

Nachdem auf dem Gebiet der Internistischen Onkologie in letzter Zeit eine realistische Ernüchterung erfolgte, wird nun der Schwerpunkt auf eine Therapie mit palliativer Intention gelegt. Dies betrifft besonders die epithelialen Tumoren, die weitgehend die Mehrheit im onkologischen Geschehen beherrschen. Palliation bedeutet u. a. Aufrechterhaltung oder gar Verbesserung der Lebensqualität oder mindestens keine Verschlechterung dergleichen unter der Therapie. In diesem Zusammenhang war die Einführung der 5-HT-3-Antagonisten vor drei Jahren mit Sicherheit ein enormer Schritt nach vorne. Ehemalige, von Patienten und Therapeuten gefürchtete Chemotherapien, können heute unter 5-HT-3-Antagonisten ohne Beeinträchtigung des Allgemeinbefindens durchgeführt werden. Nachdem diese Aspekte von Professor Schmoll deutlich gemacht wurden, zeigte der gleiche Referent neue Richtungen in der Tumortherapie wie z.B. die Anwendung von Differenzierungsmitteln, antiangiogenen Mitteln sowie auch Wachstumsfaktoren wie GMCSF, Erithropoetin oder Thrombopoetin. Die supportive Therapie mit diesen letztzitierten Mitteln sowie auch die autologe Stammzellspende ermöglicht aber auch eine zwei- bis dreifache Dosissteigerung der Chemotherapie mit kurativer Intension. Dies alles wäre aber ohne eine effiziente Antiemese mit 5-HT-3-Antagonisten nicht denkbar. Ebenso drängen sich neue, hocheffiziente, aber ebenso hochemetogene Substanzen wie Gemcitabine, Taxane, Topo-Eins-Hemmer auf den Markt, mit der Absicht, auch bis dato resistente Tumoren zum Ansprechen zu bringen oder das Ansprechen der anderen zu verbessern. Insbesondere wurden das nicht kleinzellige Bronchialkarzinom, die HNO-Tumoren, Sarkome, das Magenkarzinom und die Melanome genannt.

Zur Pathophysiologie der Emese nannte Dr. Du Bois die periphere Freisetzung von Serotonin aus den enterokromaphinen Zellen des Dünndarms mit vermutlich auch zentraler, direkter Stimulation des Brechzentrums (Vomiting Center) über die Area postrema oder indirekt über die afferenten Bündel des Nervus vagus. Dies wurde im Falle der akuten Emesis z. B . unter Cysplaim demonstriert und konnte effizient durch periphere, vermutlich aber auch durch zentrale Blockade der 5-HT-3-Rezeptoren mit Zoftan blockiert werden.

Weitgehend ungeklärt bleibt die Pathophysiologie der verzögerten Emesis, die durch alleinige Gabe von 5-HT-3-Antagonisten nicht signifikativ beeinflußt werden kann, aber unter Kombination mit einem Kortikoid, z. B . 8 mg Dexametason i.v., eine deutliche Besserung zeigt.

 

 


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