Veröffentlichungen
 
Sie befinden sich in der Unterrubrik

"Museum
     "Veröffentlichungen"

 

Das Verhängnis BSE - eine Folge menschlichen Fehlverhaltens

Dr.med. Karl Konrad Windstosser

Im Hinblick auf die durch den Rinderwahnsinn (BSE) länderweit ausgelöste Angst und Verunsicherung sowie die damit zusammenhängenden Folgen für Mensch und Tier sei an eine 1923 von RUDOLF STEINER, dem Initiator der Anthroposophie, ausgesprochene visionäre Erkenntnis erinnert. In einem seiner damaligen Vorträge stellte er u.a. fest, daß Tiere, die natürlicherweise ausschließlich von pflanzlicher Kost leben, nicht ohne schwerwiegende Folgen mit tierischem Eiweiß gefüttert werden dürfen. STEINER sagte sinngemäß und z.T. wörtlich: „Das Tier ist nur befähigt, Fleisch aus Pflanzennahrung zu erzeugen, Es liegen andernfalls alle Kräfte des Stoffwechsels brach, welche biologisch pflanzliche Substanz zu tierischer Substanz verwandeln. Diese unverbrauchten Energien (vagabundieren und) stauen sich schließlich in unvorstellbarer Weise im Organismus. Statt daß aus Fleisch wieder Fleisch gebildet wird (wie es sich die Viehzüchter in ihrer blinden Profitgier erhoffen), kommt es zu einem Überhang schädlicher Energien, die zur Entstehung ganzer Herden verrückter Tiere führen.“ 
(In Klammern Stehendes und Unterstreichung vom Verfasser.)

Eigentlich hätte diese Warnung STEINERs die ganze Welt aufrütteln müssen, aber sie verhallte ungehört, wie so manche Lehre und Wegweisung dieses großen Naturphilosophen, und dies, obwohl sich vor und nach ihm viele nicht-anthroposophische Ernährungsforscher in ähnlicher Weise und mit gleichen Schlußfolgerungen geäußert haben.

Auch der Mensch ist ein genetisch als Vegetarier und nicht etwa als Allesfresser oder gar Raubtier angelegtes Lebewesen, für den mit gleichen Konsequenzen ähnliche Gesetze gelten wie für die pflanzenfressende Tiere. Wird der beim Erwachsenen sehr geringe Eiweißbedarf - unter sonst vollwertiger vegetabiler Ernährung etwa 0,5 g pro Tag und Kilogramm Körpergewicht- in der Nahrungszusammensetzung nicht eingehalten und vor allem in tierischer Qualität auf Dauer überschritten, so lagern sich die (vorwiegend) aus Eiweiß entstehenden Säuren mangels mengemmäßig ausgleichender alkalisierender Pflanzensubstanz (Gemüse, Kartoffeln, Obst) in den Geweben, Gelenken, Knochen und Organen ab. Die körpereigene, hauptsächlich im Blut und in der Leber gespeicherte Alkalireserve ist nur für akute Notfälle vorgesehen und rasch aufgebraucht.. Es kommt zu der in den Industrieländern endemischen und als Zivilisationskrankheit geltenden Übersäuerung (Azidose) des gesamten Organismus.

Dieser Zustand - der deutsche Physiologe WERNER KOLLATH nannte ihn in anderem Zusammenhang Mesotrophie (latenter Gesundheitsschaden durch Fehlernährung) - ist nach Auffassung einer Reihe von Forschern Grundlage oder auch Ursache vieler chronischer, therapieresistenter, die Arbeitsfähigkeit und Lebensqualität.empfindlich störender, u.U. auch lebensbedrohlicher Krankheiten wie etwa chronische Müdigkeit, Immunschwäche, Allergie, Rheumatismus, Gicht, Arthritis, Herz- und Gefäßleiden, Dermatosen, Osteoporose, Karies usw. Im Zusammenwirken mit weiteren Stoffwechsel- und Umweltschäden kann Azidose sogar zur Vorstufe und Grundlage von Krebs werden. Ein übersäuerter Kranker oder Krankheitsgefährdeter ist überdies in seiner Reaktionsfähigkeit behindert oder gelähmt und deshalb therapieresistent. Es ist sehr verhängnisvoll, daß die Feststellung und Behandlung der Azidose als Voraussetzung und Grundlage jeder wie immer gestalteten und erforderlichen Therapie so wenig akzeptiert und praktiziert wird. Große Untersuchungsreihen und umfangreiche vergleichende Studien an Vegetariern, veranlaßt und geleitet von anerkannten wissenschaftlichen Instituten und Organisationen in den USA und in Europa, haben diese Zusammenhänge wiederholt nachgewiesen. Erinnert sei hier nur an die "Prospektive epidemiologische Studie bei Vegetariern" von JENNY CLAUDE, RAINER FRENT'ZEL-BEYME und URSULA EILBER, herausgegeben als „Technical Report“ Nr.9/1986 vom Deutschen Krebsforschungszentrum in Heidelberg. Die Deutsche Gesellschaft für Ernährung hat, veranlaßt durch die Debatte über BSE, erst kürzlich wieder bekanntgegeben, daß der Mensch sehr wohl gesund und wirtschaftlich vorteilhaft ohne Fleisch, Fisch und Ei leben und seinen Eiweißbedarf vollwertig aus vegetabilen Naturprodukten in ihrer genuinen Qualität decken kann, allenfalls - aber nicht notwendigerweise - ergänzt durch Milch oder Milchprodukte in kleinen Mengen.

Um nochmals auf das Ausgangsthema zurückzukommen: Die Verfütterung von Mehl, das aus Tierkadavern hergestellt wurde, an Stall- und Nutzvieh, das naturgemäß - ähnlich dem Menschen - ausschließlich zum Verzehr und zur Verdauung von Pflanzensubstanz prädestiniert ist, entsprang einer geradezu pervertierten Denkweise und Kalkulation menschlicher Gehirne, die folgerichtig nun selbst von der dadurch verbreiteten Krankheit bedroht und befallen werden. Der Zusammenhang von BSE mit der in letzter Zeit häufiger aufgetretenen, bisher unheilbaren Jacob-Creutzfeldt-Krankheit des menschlichen Nervensystems wird nach den vorliegenden wissenschaftlichen Erkenntnissen immer wahrscheinlicher.

Im übrigen ist die seitens der BSE-Viren drohende Gefahr mit dem Exportverbot und der Massenhinrichtung zehntausender kranker oder krankheitsverdächtiger Tiere auf lange Sicht keineswegs gebannt. Nicht das Rindfleisch aus England allein gefährdet die Nachbarländer und Europa, mehr noch trifft dies auf das- bis zum Import- und Verfütterungsverbot 1990 (und illegal noch heute), käufliche Kadavermehlzu. Als Bestandteil mancher „Masthilfen“ wurde und wird es zwar nicht mehr an Milchkühe verfüttert, wohl aber an Kälber, Schweine, Geflügel, Fische, Hunde und Katzen. In diesen Fällen verhindert vielfach die durch das Schlachten abgekürzte Lebensdauer die Entwicklung und Beobachtung ausgeprägter Krankheitsbilder, grundsätzlich kann aber auch auf diesem Weg die Seuche persistieren und übertragen werden.

Die einzige Gewähr, sich BSE-frei zu ernähren, bietet der Vegetarismus bzw. der Kauf von Produkten aus biologisch geführten Betrieben ohne Tiermast mit freilandgehaltenen, natürlich gefütterten Hühnern.

Angesichts des hemmungslosen, tierfeindlichen Gewinnstrebens der Viehzüchter und Fleischtrusts, des sinnlosen, von den USA ausgehenden Proteinrummels und der bislang zu keiner Einschränkung bereiten Ernährungsunsitten und Freßorgien der internationalen Durchschnittsbevölkerung wird auch dieses Menetekel keine lange Nachwirkung haben.

Als Zeitgenosse von RUDOLF STEINER schrieb der ihm kongeniale, amerikanische Arzt ALFRED W. McCANN, damals Gesundheitsberater und Nahrungsmittelchemiker in New York, das Buch "Kultursiechtum und Säuretod", 1926 in Deutschland erschienen. Es sieht so aus, als ob beide Seher recht behalten sollten.

 

 


NEU: www.windstosser-museum.info

Zu Fragen über das 
Impressum, die Haftung oder das Copyright 
klicken Sei bitte hier

Copyright © Jörg Rinne, 2015 
www.endobiont.de 
www.joerg-rinne.de.rs