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Sendevorhaben 

WER HEILT HAT RECHT 

(Drehbuch Nr.192)
INTERVIEW MIT DR. WINDSTOSSER

Reporter:
Herr Dr.Windstosser, Sie leiten das Werner Zabel Institut für prä- und postoperative Tumortherapie. Früher waren Sie u.a. über zwei Jahre lang Mitarbeiter von Dr.Issels. Wie beurteilen Sie seine Arbeit?

Dr. Windstosser:
Ich kann das in so unbefriedigender Weise abgeschlossene Lebenswerk von Dr.Issels bei aller Objektivität und kritischen Einstellung der Persönlichkeit gegenüber auch nachträglich nur positiv beurteilen. Wer nicht in dieser Klinik gearbeitet und den gesamten Betrieb miterlebt hat, der kann sich einfach kein Bild machen von den tatsächlichen Vorgängen. Es ist äußerst bedauerlich, daß nicht einmal jetzt nach Schließung der Klinik die unsachliche Polemik aus Ärztekreisen und die journalistische Sensationsmache endlich zum Schweigen kommt. Was dort zwischen 1951 und 73 an tausenden von Hilfesuchenden geleistet wurde, verdient weit mehr Anerkennung als die mit einem so schwierigen Werk verbundenen Unvollkommenheiten etwa der kleinlichen Kritik bedürfen. Die ganzheitsmedizinische Behandlung des Krebskranken und Krebsgefährdeten ist eine Aufgabe, der landauf, landab noch viel zu wenig Aufmerksamkeit geschenkt wird, obwohl wir damit die operativ und radiologisch erzielbaren Erfolge nachweisbar erheblich verbessern und festigen können. Das gilt nicht nur für den durch Stahl und Strahl von seiner Geschwulst befreiten Patienten, dem trotzdem noch über Jahre die Gefahr eines Wiederaufflackerns oder einer Streuung der Ausgangsgeschwulst droht. Auch bei Krebskranken, denen nach klinischen Gesichtspunkten keinerlei Heilungschance mehr gegeben werden kann, ist nicht selten ein Stillstand oder sogar eine Rückbildung des Geschwulstprozesses zu erreichen. Jeder ganzheitlich praktizierende Krebsbehandler mit größerem Erfahrungsgut kann über solche Fälle berichten. Die Patienten der Isselsklinik waren in ihrer Mehrzahl solche Aufgegebene und Unheilbare. Natürlich konnte nicht jedem geholfen werden, und die Sterbequote war hoch, höher als an jedem anderen Krankenhaus. Dieser Umstand hätte nie Gegenstand einer verständnislosen Kritik sein dürfen. Aber dem steht die Tatsache einer unbeirrbar aktiven und positiven Therapie gegenüber, einer ärztlichen und menschlichen Hilfe, die auch dem Schwerstkranken bis zu seinem letzten Atemzug zuteil wurde und die sich nicht nur in der Verabreichung schmerzlindernder Medikamente erschöpfte. Daß damit auch aufgegebenen Krebspatienten des öfteren eine längere oder kürzere Besserung, nicht selten auch eine lebenswerte Existenz in Beruf und Familie geschenkt werden konnte, habe ich mehrmals erlebt und ich stehe mit solchen erfolgreich Entlassenen der Isselsklinik vereinzelt noch heute - 5 und mehr Jahre später - in Verbindung,

Außerdem existiert eine wissenschaftliche Arbeit des Holländers Prof.Audier aus dem Jahr 1959, die an hand der bis dahin von Issels behandelten Krebskranken in hoffnungslosen Stadien 16% Fünfjahreserfolge berechnete. Aber auch die Erfahrung zahlreicher Ganzheitstherapeuten in der Folgezeit läßt keinen Zweifel daran, daß die Zahl der Stillstände und Rückbildungen dieses schweren Leidens durch eine sinnvolle Behandlung ganz erheblich gesteigert werden kann über die Erfolge, die mit Stahl und Strahl allein zu erzielen sind.

 

Frage:
Wie sieht es mit den Heilerfolgen der biologischen Ganzheitsmedizin aus?

Herr Dr. Windstosser, Sie waren früher Mitarbeiter von Dr. Issels und leiten heute selbst ein Institut für interne Tumortherapie. Die Erfolge von Dr. Issels sind doch sehr umstritten?

 

Antwort:
Die große Mehrzahl der zwischen 1951 und 1973 hier behandelten -Patienten litten an weit fortgeschrittenen, nach den üblichen medizinischen Maßstäben als unheilbar geltenden Geschwulstformen. Abgesehen davon. daß auch solche Schwerkranke bis zum letzten Atemzug ein Recht auf echte Behandlung und nicht nur auf Schmerzstillung haben, wurde 1959 von Professor Audier eine Zusammenfassung der bis dahin in der Ringbergklinik erzielten Erfolge veröffentlicht. Dabei ergab sich, von neutraler Seite statistisch einwandfrei berechnet, daß von diesen völlig hoffnungslosen Fällen nach fünf Jahren nicht weniger als 16 Prozent noch am Leben bzw. beschwerdefrei waren.

Ich selbst habe während meiner Tätigkeit hier manche Besserung erlebt und stehe noch heute mit solchen Patienten in Verbindung.

Frage:
Aber es gibt doch eine englische Untersuchung, die zu anderen Ergebnissen kam.

Antwort:
Dieser sogenannte Smithers-Report enthält so viele sachliche Fehler und beruht auf so oberflächlichen Nachprüfungen, daß er als objektive Argumentation überhaupt nicht verwertbar ist. Ausführliche Gegendarstellungen von Dr. Issels und davon unabhängig auch von mir wurden in England einfach unterdrückt und nicht veröffentlicht.

Frage:
Man liest immer wieder den Vorwurf, Dr. Issels sei selbstherrlich und autoritär gewesen.

Antwort:
Gewiß. Er ist ein Sanguiniker und Hitzkopf. Als Vorgesetzter ließ er nur gelten, was er für richtig hielt. Aber was hat das mit seinen ärztlichen Leistungen zu tun? Sein Verdienst ist, daß er die interne Tumortherapie als erster im klinischen Rahmen systematisch angewandt und tausenden von Hilfesuchenden Hoffnung und Hilfe gegeben hat. Außerdem hat er 1964 einen beispielhaften Prozess gegen die Schulmedizin gewonnen, den mancher von uns nicht durchgestanden hätte. Selbst Professor Fromm, bis vor kurzem Präsident der Bundesärztekammer hat die Schließung der Isselsklinik grundsätzlich bedauert.

Frage:
Professor Schmidt, der Präsident der Deutschen Krebsgesellschaft, schrieb uns : „Ich möchte Ihnen mitteilen, daß die von Ärzten für Naturheilkunde vorgebrachten Formulierungen seit etwa dreißig Jahren in unveränderter Form vorgetragen werden. Es handelt sich zum Teil um völlig unwissenschaftliche und lang überholte Vorstellungen, die insbesondere nicht exakt nachgeprüft worden sind.“

Antwort:
Dieser Einwand ist typisch für die Animosität und Überheblichkeit der Hochschulmedizin gegenüber der Erfahrungsheilkunde. Weil man die mit biologischen Methoden erzielbaren Erfolge nicht abstreiten kann, kritisiert man wenigstens an unseren Formulierungen herum und wirft uns Unwissenschaftlichkeit vor. Unzählige Phänomene der Krankheit und der Heilung entziehen sich der exakt wissenschaftlichen Erklärung. Soll denn von einer bewährten Behandlungsmöglichkeit nur deshalb nicht Gebrauch gemacht werden, weil sie nicht in das Schema des medizinischen Dogmas passt? Beim Krebskranken und Krebsgefährdeten wollen wir ganz einfach die körpereigene Mitarbeit und Abwehr gegen das Geschwulstgeschehen maximal aktivieren. Wir lehnen Stahl und Strahl keineswegs ab, aber wir wissen heute positiv, daß durch eine kombinierte Zusatztherapie die Erfolge der klinischen Medizin gesichert und verbessert werden können.

Frage:
Zur Frage Ihrer Diättherapie schrieb uns die Deutsche Krebsgesellschaft: „Es handelt sich um sektiererische wirklichkeitsfremde Vorstellungen. Es ist heute wissenschaftlich untersucht, daß weder eine überkalorische, unterkalorische, noch eine ausgewählte Diät das Tumorleiden zu beeinflussen vermag.“

Antwort:
Auch diese Auskunft entspricht nicht den Tatsachen. Niemand von uns behauptet, durch eine besondere Kostform ein Geschwulstleiden entscheidend beeinflussen zu können. Die optimale Ernährung des Krebskranken ist auch keine Diät, sondern eine vollwertige, gesunde und natürliche Kost, die jedes Kind, jeder Erwachsene jahraus, jahrein zu sich nehmen kann. Sie unterscheidet sich allerdings qualitativ und quantitativ ganz erheblich von dem, was man in den Kliniken den Kranken vorzusetzen pflegt.

Für uns ist sie außerdem - ganz allgemein betrachtet - eine unverzichtbare Hilfe bei allen Behandlungsformen der Ganzheitsmedizin, die immer mehr Bedeutung für die echte Wiederherstellung und Erhaltung der Gesundheit gewinnt.

 

 


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